US-Aufsichtsbehörden machen einen Rückzieher: Kryptowährungen gelten nicht mehr als systemische Bedrohung
Die US-Aufsichtsbehörden haben still und leise einen ihrer größten Schritte zur Normalisierung des Sektors für digitale Vermögenswerte unternommen: Der Finanzstabilitätsrat betrachtet Kryptowährungen nicht mehr als potenziellen Auslöser einer landesweiten Finanzkrise.
Der Bericht des Rates für 2025 – der deutlich schlanker und stärker auf Wachstum ausgerichtet ist als frühere Ausgaben – verzichtet auf die pauschalen Warnungen, die digitale Vermögenswerte einst als systemische Gefahr darstellten. Finanzminister Scott Bessent stellte die Aktualisierung in den Kontext einer umfassenderen Bemühung, die Regulierungsbehörden von der „Risikosuche” weg und hin zu einer Politik zu bewegen, die das langfristige Wirtschaftswachstum unterstützt.
Von Alarmglocken zu einem sanfteren, gezielteren Ansatz
Noch vor drei Jahren drehten sich die Botschaften des FSOC um die Möglichkeit, dass sich die Auswirkungen von Kryptowährungen auf Banken, Kreditgeber und Zahlungsnetzwerke ausweiten könnten. Diese Sprache ist verschwunden. Stattdessen stellt der Rat fest, dass sich die Aufsicht verbessert hat, die regulatorischen Rahmenbedingungen klarer sind und frühere pauschale Warnungen vor Banken, die mit Kryptowährungen in Berührung kommen, nicht mehr notwendig sind.
Stablecoins werden zwar noch kurz erwähnt – vor allem im Zusammenhang mit der Überwachung illegaler Finanzgeschäfte –, aber der Ton ist weit weniger defensiv als zuvor.
Eine Veränderung, die die Marktrealität widerspiegelt
Der Rückzug des FSOC erfolgt zu einer Zeit, in der traditionelle Finanzinstitute verstärkt mit Blockchain-basierten Produkten experimentieren. Tokenisierte Commercial Papers auf Solana, kettenübergreifende Asset-Erweiterungen wie Wrapped XRP und institutionelle Tokenisierungs-Pilotprojekte sind mittlerweile an der Tagesordnung. Durch diese Entwicklungen werden digitale Assets weniger als externe Bedrohung, sondern eher als eine neue Ebene der Finanzinfrastruktur wahrgenommen.
Der Kongress öffnet die Tür weiter
Auch die Gesetzgeber bewegen sich in Richtung klarerer Regeln für die Marktstruktur, und von der Industrie unterstützte Vorschläge gewinnen an Dynamik. Dieses politische Umfeld gibt den Regulierungsbehörden die Möglichkeit, sich von ihrer allgemeinen Skepsis gegenüber Kryptowährungen zu distanzieren und sich stattdessen auf spezifische Risiken zu konzentrieren, anstatt auf die gesamte Anlageklasse.
Was die politische Wende wirklich bedeutet
Die Entfernung von Kryptowährungen aus dem Radar für systemische Risiken des FSOC bedeutet nicht das Ende der Regulierung – aber es markiert einen Wendepunkt. Die Bundesbehörden scheinen sich zunehmend mit der Vorstellung anzufreunden, dass digitale Vermögenswerte und tokenisierte Märkte Teil des US-Finanzsystems sein werden und keine Ausnahme davon.
Wenn sich diese Richtung fortsetzt, könnte 2026 das erste Jahr sein, in dem die US-Politik Blockchain als wirtschaftlichen Baustein und nicht als eine tickende Zeitbombe behandelt.

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