FSB warnt: Stablecoins im Krisenfall unerprobt
Der Finanzstabilitätsrat (FSB) hält die Krisenregelungen für Stablecoins für unerprobt und fordert vor dem G20-Treffen grenzüberschreitende Abstimmung.
Der Finanzstabilitätsrat (FSB) hat am 12. Oktober gewarnt, dass die Krisenregelungen für Stablecoins im Ernstfall unerprobt sind, und eine bessere grenzüberschreitende Abstimmung gefordert. Die Mitteilung erschien wenige Tage vor dem G20-Treffen am 15. Oktober.
In der Mitteilung heißt es, die Regelwerke für den Ausfall eines globalen Stablecoin-Emittenten seien zwar in vielen Ländern vorhanden, aber noch nie unter schwerem Stress oder in einer Insolvenz getestet worden. Der Rat nennt deutliche Lücken in den regulatorischen, aufsichtlichen und Krisenmanagement-Frameworks. Der FSB-Vorsitzende Andrew Bailey schreibt in einem Begleitschreiben an die G20-Finanzminister und Notenbankchefs, das globale Kryptogeld sei von Natur aus grenzüberschreitend, die nationalen Regeln entstünden aber mit unterschiedlichem Tempo, und die Zusammenarbeit zwischen den Ländern stecke noch in den Kinderschuhen.
Drei Forderungen an die Mitgliedsländer
Der FSB nennt drei Punkte: einen besseren Informationsaustausch zwischen den Aufsichtsbehörden über Ländergrenzen hinweg, die vollständige Umsetzung der eigenen Empfehlungen von 2023 und mehr Arbeit an Plänen dafür, was geschieht, wenn ein Stablecoin-Emittent in Not gerät oder ausfällt. Wie Gläubiger in einem solchen Fall ihr Geld zurückbekommen würden, lässt die Mitteilung offen.
Der Rat weist darauf hin, dass seine Empfehlungen rechtlich nicht bindend sind. Die Mitgliedsländer entscheiden selbst, ob und wie sie umsetzen.
Marktgröße und Kopplung
Die Warnung richtet sich an einen Markt, der laut FSB-Angaben von rund 206 Milliarden Dollar zu Beginn des Jahres 2025 auf etwa 306 Milliarden Dollar gewachsen ist (Stand 12. Oktober). Etwa 99 Prozent der Umlaufmenge sind an den US-Dollar gekoppelt. Der FSB rechnet vor, dass erzwungene Reserveverkäufe und Abzüge von Bankeinlagen in einer Krise den Schock in die traditionellen Finanzmärkte tragen könnten, weil Anleger dort um Liquidität ringen.
Elf von 28 Jurisdiktionen
Laut einer FSB-Umfrage aus dem Jahr 2025 hatten von 28 befragten Jurisdiktionen erst elf regulatorische Rahmen für Stablecoins abgeschlossen. Bailey ist zugleich Gouverneur der Bank of England und hat früher bereits gewarnt, die internationale Regelsetzung für Stablecoins stocke.
Die nächste Gelegenheit für die Debatte ist das G20-Treffen der Finanzminister und Notenbankchefs am 15. Oktober.

Füllen Sie die erforderlichen Felder aus und veröffentlichen Sie die Veröffentlichung.