Armenien will Bargeld-für-Krypto-Geschäfte ab 2026 verbieten und setzt auf Transparenz statt Unterdrückung
Armenien bereitet sich darauf vor, ab 2026 Bargeld-für-Krypto-Transaktionen zu verbieten. Beamte bezeichnen diesen Schritt als Maßnahme zur Förderung der Transparenz und nicht als Einschränkung für digitale Vermögenswerte.
Die Reform ist Teil der umfassenden Bemühungen der Regierung, die Finanzaufsicht zu modernisieren und gleichzeitig das Land für Blockchain-Investoren attraktiv zu halten.
Transparenz an erster Stelle
Der stellvertretende Premierminister Mher Grigoryan erklärte im Parlament, das Ziel sei es, den Aufsichtsbehörden einen Überblick darüber zu verschaffen, wer Kryptowährungen besitzt und wie Gelder innerhalb des Systems bewegt werden. Ohne solche Maßnahmen, so argumentierte er, seien Steuerhinterziehung und illegale Geldströme kaum noch nachzuverfolgen, was das Vertrauen in das armenische Finanzsystem untergraben würde.
Die Ankündigung folgt auf wachsende Besorgnis unter den Gesetzgebern, dass anonyme Bargeldtransaktionen Schlupflöcher für Geldwäsche schaffen könnten, insbesondere angesichts der zunehmenden Verbreitung digitaler Vermögenswerte in der Region.
Widerstand der Branche
Nicht alle sind davon überzeugt. Einige Unternehmen aus dem Kryptosektor Armeniens haben davor gewarnt, dass die Beschränkung von Bargeldtransaktionen die Flexibilität des Marktes einschränken und das Tagesgeschäft erschweren könnte. Der Gesetzgeber Arman Yeghoyan brachte diese Bedenken in der Nationalversammlung vor und spiegelte damit die Befürchtungen der Branche wider, dass das Verbot die Wettbewerbsfähigkeit Armeniens beeinträchtigen könnte.
Grigoryan widersprach und betonte, dass das Ziel nicht darin bestehe, Kryptoaktivitäten zu unterbinden, sondern die gleichen Standards für die Finanzhygiene anzuwenden, die auch im traditionellen Bankwesen erwartet werden.
Aufbau eines regulierten Ökosystems
Die Reform baut auf dem kürzlich in Armenien verabschiedeten Gesetz über Krypto-Vermögenswerte auf, das Emittenten und Börsen verpflichtet, wirtschaftliche Eigentümer gegenüber der armenischen Zentralbank offenzulegen und Mindestkapitalreserven zu halten. Weit entfernt von einem vollständigen Verbot soll der Rahmen Krypto-Aktivitäten transparent, reguliert und bankfreundlich machen.
Die Regierung von Premierminister Nikol Paschinjan hat betont, dass das ultimative Ziel darin besteht, traditionellen Banken und Fintech-Startups die Expansion in Kryptodienstleistungen innerhalb eines klaren rechtlichen Rahmens zu ermöglichen. Die Behörden argumentieren, dass Regulierung Innovationen unterstützen und nicht behindern sollte.
Ausblick
Mit der schrittweisen Abschaffung des Bargeld-gegen-Krypto-Handels signalisiert Armenien, dass es eine stärkere Integration digitaler Vermögenswerte in sein formelles Finanzsystem anstrebt. Bei guter Umsetzung könnte dieser Ansatz das Vertrauen der Investoren stärken und internationale Akteure anziehen, die einen regulierten Standort suchen.
Vieles wird jedoch davon abhängen, wie die Regierung Aufsicht und Flexibilität in Einklang bringt. Zu viele Beschränkungen könnten Start-ups abschrecken, während zu wenige die Glaubwürdigkeit schwächen könnten, die Armenien aufbauen möchte.

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