Tether widerspricht US-Senatsbericht: Iran bezogene USDT-Volumen um 94 Prozent gefallen
Tether-Chef Paolo Ardoino hat am 19. Oktober 2026 einen Bericht von US-Senatoren zurückgewiesen und erklärt, die Sperrungen von Wallets hätten Iran bezogene Stablecoin-Volumen um 94 Prozent sinken lassen. Er sagte das in einem Beitrag auf X.
Hintergrund ist ein Bericht der Demokraten im SenatsPermanent Subcommittee on Investigations vom 28. September. Darin wirft die Gruppe unter Führung von Senator Richard Blumenthal dem Stablecoin-Herausgeber vor, ein bedeutendes finanzielles Standbein im Schattenbanksystem des Iran geboten zu haben. Die Untersuchung hatte 846 sanktionierte Wallets mit Iran Beziehung ausgewertet, von denen 84 Prozent überwiegend USDT nutzten. Sie konzentrierte sich dabei auch auf die Zeit vor 2024, in der Tether markierte Wallets nicht umfassend eingefroren haben soll.
Vier Wochen vor den Behörden
Ardoino hält dem entgegen, Tether habe seit 2023 Adressen im Schnitt vier Wochen vor der offiziellen Sanktionsliste der US-Behörde OFAC und der israelischen Behörde NBCTF gesperrt. In 99 Prozent der Fälle sei das vor einer Kennzeichnung durch Chainalysis geschehen, schreibt er im Beitrag auf X. Nach seiner Darstellung führten diese Maßnahmen zu dem Rückgang der Iran bezogenen Stablecoin-Volumen um 94 Prozent.
Tether hatte nach eigener Angabe im Lauf des Jahres 2026 etwa 550 Millionen USDT mit Iran Beziehung blockiert, davon über 470 Millionen bei Sperrungen im April und Juli. Diese Zahlen stammen vom Unternehmen selbst; wie der Rückgang von 94 Prozent berechnet wurde, ist nicht öffentlich belegt.
Der Streit geht weiter
Bemerkenswert ist, dass Tether den Kernbefund des Berichts nicht bestreitet, sondern auf die Sperrungen und die Dollarsummen als Beleg funktionierender Kontrolle verweist. Der Bericht sei zudem den Medien zugespielt worden, bevor das Unternehmen ihn prüfen konnte, kritisierte Ardoino bereits letzte Woche bei einer Veranstaltung in Washington.
Blumenthal prüft inzwischen zusätzlich die Beziehung zwischen Tether und seinem US-Finanzpartner Cantor Fitzgerald, der der Regierung von Donald Trump nahesteht. Die Untersuchung des Unterausschusses läuft weiter.

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