US-Stablecoin-Regeln bergen das Risiko, dass digitale Finanzdienstleistungen globalen Konkurrenten in die Hände gespielt werden
Ein hochrangiger politischer Manager bei Coinbase äußerte Bedenken, dass Washington seine eigene Position im Bereich der digitalen Finanzen untergraben könnte, indem es eines der Hauptmerkmale ins Visier nimmt, die Stablecoins weltweit wettbewerbsfähig gemacht haben: die Rendite.
Laut Faryar Shirzad bergen Vorschläge, die die Renditen von Stablecoins einschränken oder faktisch verbieten würden, das Risiko, US-amerikanischen Produkten einen entscheidenden Wettbewerbsvorteil zu nehmen. In den letzten Jahren haben sich an den US-Dollar gekoppelte Stablecoins über einfache Handelsinstrumente hinaus entwickelt.
For those who misunderstand what’s at stake in the debate on offering rewards on US-issued stablecoins under the GENIUS Act, a sobering and timely announcement from the People’s Bank of China that they plan to pay interest on the Digital Yuan. 🇨🇳🇨🇳
Tokenization is the future and… pic.twitter.com/stg8ffKzT7
— Faryar Shirzad 🛡️ (@faryarshirzad) December 30, 2025
Für viele Nutzer weltweit fungieren sie als digitales Bargeld und bieten Renditen, die denen kurzfristiger Sparanlagen ähneln. Fällt dieser Anreiz weg, könnte die Attraktivität amerikanischer Stablecoins schnell schwinden.
Eine regulatorische Entscheidung mit globalen Folgen
Die Auswirkungen reichen weit über den Kryptosektor hinaus. Stablecoins bilden heute das Herzstück moderner Zahlungssysteme und On-Chain-Finanzdienstleistungen, insbesondere in Regionen mit eingeschränktem oder ineffizientem Zugang zu traditionellen Bankdienstleistungen. Sollte die US-Regulierung diese Instrumente weniger nützlich machen, werden Entwickler und Kapital wahrscheinlich abwandern, was die Innovation in Bereichen bremsen würde, in denen die
USA derzeit führend sind
Hier kommt die Geopolitik ins Spiel. China betrachtet die weltweite Verbreitung dollarbasierter digitaler Vermögenswerte seit Langem mit Argwohn, da es darin eine stille Ausweitung des US-amerikanischen Währungseinflusses sieht. Wenn die amerikanische Politik das eigene Stablecoin-Ökosystem schwächt, lässt dieser Druck nach. In einem solchen Szenario könnten chinesische Institutionen Alternativen fördern, sei es durch Yuan-gedeckte digitale Währungen oder an den Dollar gekoppelte Token aus Jurisdiktionen mit weniger strengen Vorschriften, darunter Hongkong.
Im Inland wird der Druck für strengere Regeln maßgeblich von traditionellen Banken getrieben. US-Banken argumentieren, dass Stablecoin-Belohnungen Zinszahlungen ähneln und daher unter die bestehenden Beschränkungen fallen sollten. Sie warnen davor, dass diese Produkte Einlagen aus dem Bankensystem abziehen. Krypto-Unternehmen entgegnen, dass Stablecoin-Renditen nicht aus dem Nichts entstehen, sondern Erträge aus sicheren Basiswerten widerspiegeln, die über Software und nicht über Filialnetze an die Nutzer weitergegeben werden.
Shirzad hat diesen Konflikt wiederholt als mehr als nur eine regulatorische Formalität dargestellt. Seiner Ansicht nach ist digitales Finanzwesen heute Teil eines umfassenderen technologischen Wettbewerbs, und die in Washington getroffenen Entscheidungen werden bestimmen, wer weltweit die Standards setzt. Die Einschränkung inländischer Innovationen, so argumentiert er, reduziere das systemische Risiko nicht. Stattdessen verlagert es seinen Einfluss ins Ausland und verschafft Wettbewerbern damit möglicherweise strategische Vorteile – gerade in einer Zeit, in der die Finanzinfrastruktur zunehmend digital und grenzenlos wird.
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