Die belgische KBC wird den Handel mit bankverwahrten Bitcoins und Ethers anbieten
Eine der größten Banken Belgiens bereitet sich darauf vor, den Handel mit Kryptowährungen direkt für Privatanleger zugänglich zu machen.
Die KBC hat angekündigt, Privatkunden demnächst den Kauf und Verkauf von Bitcoin und Ethereum über ihre eigene Investmentplattform zu ermöglichen. Dies markiert einen bedeutenden Wandel im Umgang traditioneller Banken mit digitalen Vermögenswerten in Belgien.
Ab Mitte Februar können KBC-Kunden über Bolero, den etablierten Selbstverwaltungsdienst der Bank, mit Kryptowährungen handeln. Laut KBC soll die Initiative belgischen Anlegern die Möglichkeit bieten, Kryptowährungen in einem sicheren und vollständig regulierten Bankenumfeld zu handeln – ein Angebot, das es in Belgien bisher nicht gab.
Der Service unterstützt zunächst Bitcoin und Ether. Alle Vermögenswerte werden über die eigene Verwahrungsarchitektur der KBC verwaltet. Die Bank gibt an, dass die Einrichtung gemäß der EU-Verordnung über Märkte für Krypto-Assets (MiCA) konzipiert wurde.
MiCA-Konformität trifft auf ein sich ständig veränderndes regulatorisches Umfeld
Die KBC hat nach eigenen Angaben alle erforderlichen Meldungen als Anbieter von Krypto-Asset-Dienstleistungen bei den zuständigen Behörden eingereicht und sieht sich als MiCA-konform. Erik Luts, Chief Innovation Officer der KBC Group, bezeichnete den Schritt als Möglichkeit, Regulierung in praktischen Zugang umzusetzen. Er argumentierte, dass ein regulierter Rahmen Krypto-Investitionen für die Öffentlichkeit greifbarer mache.
Die regulatorische Lage in Belgien bleibt jedoch komplex. Während der MiCA Ende 2025 in der gesamten Europäischen Union in Kraft trat, finalisierte Belgien seine nationale Umsetzungsgesetzgebung erst im Dezember desselben Jahres. Gemäß dem neuen Gesetz trat der MiCA in Belgien offiziell am 3. Januar 2026 in Kraft.
Das Gesetz benennt die Finanzdienstleistungs- und Marktaufsichtsbehörde (FSMA) und die Belgische Nationalbank (BNB) als Aufsichtsbehörden für Kryptomärkte. Bislang sind jedoch noch keine MiCA-Lizenzen im öffentlichen Register der Europäischen Wertpapier- und Marktaufsichtsbehörde (ESMA) verzeichnet.
Die KBC hatte bereits Mitte 2025 ihre Absicht signalisiert, den Kryptohandel in Bolero zu integrieren, mit dem Ziel, die Plattform nach Schaffung regulatorischer Klarheit einzuführen. Die Bank hat nicht bekannt gegeben, mit welcher Behörde sie sich im Vorfeld der Einführung im Februar abgestimmt hat.
Belgiens späte Einführung des MiCA-Gesetzes fällt in eine Zeit, in der die EU-weite Debatte über die praktische Umsetzung der Kryptoaufsicht andauert.
Einige Mitgliedstaaten, darunter Frankreich, plädieren für eine stärkere zentrale Aufsicht durch die ESMA und äußern Bedenken hinsichtlich der uneingeschränkten Übertragbarkeit von in einem Land ausgestellten Lizenzen innerhalb der EU. Andere Jurisdiktionen, wie beispielsweise Malta, warnen hingegen vor einer übermäßigen Zentralisierung, die Wettbewerb und Innovation beeinträchtigen könnte.
Vor diesem Hintergrund positioniert sich die KBC mit ihrem Schritt als eine der ersten belgischen Banken, die den MiCA-Gesetzentwurf anwendet und testet, wie Kryptodienstleistungen im Rahmen der neuen europäischen Regulierungsbestimmungen in das traditionelle Bankwesen integriert werden können.
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