In der Unternehmensfinanzierung bahnt sich eine stille Revolution an – eine, in der der Besitz von Bitcoin nicht mehr als Spekulation angesehen wird, sondern zunehmend als strategische Notwendigkeit.
Laut dem Investor Tim Draper könnten börsennotierte Unternehmen, die Bitcoin nicht in ihre Bilanzen aufnehmen, bald als Versagen gegenüber ihren Aktionären angesehen werden.
Diese Idee hat nach dem Beispiel von Strategy, früher bekannt als MicroStrategy, an Bedeutung gewonnen. Das Unternehmen hat über eine halbe Million BTC im Wert von fast $60 Milliarden angehäuft und damit seine Finanzstrategie zu einem Modell für den aggressiven Aufbau digitaler Vermögenswerte gemacht. Dieses Vorgehen, das einst als extrem galt, wird nun in den Vorstandsetagen der USA studiert.
Die Diskussion hat sich Ende 2024 dramatisch verändert, als die Aktionäre von Microsoft darüber abstimmen sollten, ob der Technologieriese einen Teil seiner Reserven in Bitcoin investieren sollte. Der Vorschlag wurde zwar abgelehnt, war aber ein Warnsignal: Investoren geben sich nicht mehr mit Bargeld und Anleihen zufrieden, wenn wachstumsstarke digitale Vermögenswerte auf dem Tisch liegen.
Draper argumentiert, dass Bitcoin neben traditionellen Reserven seinen Platz hat – nicht nur als Absicherung, sondern als zukunftsweisendes Instrument zur Wertschöpfung. Er bezeichnet es als „unverantwortlich“, wenn Unternehmen Bitcoin nicht halten, ähnlich wie vor einem Jahrzehnt, als die Ignoranz gegenüber ESG-Trends bei Investoren erste Alarmglocken läuten ließ.
Aber mit dem Aufwärtspotenzial gehen auch Risiken einher. Die Volatilität von Bitcoin könnte Unternehmen dazu zwingen, ihre Bestände in Abschwungphasen abzuschreiben, wodurch eine bullische Strategie zu einer vierteljährlichen Belastung wird. Die Erfahrungen von Tesla im Jahr 2021 – wo eine anfängliche Investition von $1.5 Milliarden visionär erschien, bis ein rapider Preisverfall einen massiven Ausverkauf auslöste – sind eine warnende Lektion.
Dennoch bleiben die langfristigen Aussichten überzeugend. Untersuchungen der Investmentfirma Bernstein schätzen, dass sich die Marktnachfrage auf über 300 Milliarden US-Dollar belaufen könnte, wenn börsennotierte Unternehmen nur einen Bruchteil ihrer Reserven in Bitcoin investieren würden. Eine solche Kaufkraft könnte Bitcoin weit über 250.000 US-Dollar treiben – ein Preis, den Draper bis Ende 2025 für möglich hält.
Derzeit steht die amerikanische Wirtschaft an einem Scheideweg: Bitcoin als Finanzanlage akzeptieren und die Volatilität in Kauf nehmen – oder Gefahr laufen, ins Hintertreffen zu geraten, wenn digitales Kapital die Finanzstrategien neu definiert.
Der jüngste Preisanstieg bei Bitcoin hat nicht nur die Begeisterung der Anleger weltweit neu entfacht, sondern auch das mutige Finanzrisiko eines kleinen Landes wieder ins Rampenlicht gerückt.
Die japanische Investmentfirma Metaplanet baut ihr Bitcoin-Engagement rasch aus und hat in ihrem jüngsten Bericht einen Neukauf von 1,004 BTC offengelegt.
Bitcoin, dessen Wert derzeit bei rund $2 Trillionen liegt, ist in eine neue Phase seiner Entwicklung eingetreten – eine Phase, in der seine Gesamtmarktkapitalisierung laut mehreren prominenten Investoren die Dominanz von Gold mit $22 Trillionen erreichen könnte.
Strategy, das Business-Intelligence-Unternehmen, das für seine unermüdliche Bitcoin-Akquisition bekannt ist, hat gerade eine weitere massive Investition getätigt und bei seinem letzten Kauf BTC im Wert von $765 Millionen erworben.