Warum große Banken glauben, dass der S&P 500 noch Aufwärtspotenzial hat
Der Optimismus der Wall Street in Bezug auf US-Aktien verfestigt sich zu konkreten Zahlen: Große Banken skizzieren nun einen Weg, wie der S&P 500 in den nächsten zwei Jahren die aktuellen Höchststände deutlich übertreffen könnte.
Laut aktuellen Informationen hat Goldman Sachs kürzlich seine Prognose angehoben. Die Bank argumentiert, dass steigende Unternehmensgewinne und die zunehmende Verbreitung künstlicher Intelligenz den Index bis 2026 auf rund 7.600 Punkte treiben könnten. Ausgehend vom heutigen Niveau entspräche dies einem niedrigen zweistelligen Wachstumspotenzial – ein Tempo, das das Unternehmen angesichts der robusten Gewinne, selbst nach der starken Rallye in diesem Jahr, für erreichbar hält.
Im Zentrum der Prognose steht das Gewinnwachstum. Goldman erwartet, dass der Gewinn je Aktie der S&P-500-Unternehmen im nächsten Jahr auf knapp über 300 US-Dollar steigen wird, gefolgt von einem weiteren deutlichen Anstieg im Jahr 2027. Traditionelle Faktoren wie stetiges Umsatzwachstum und nachlassender Handelsdruck spielen zwar weiterhin eine Rolle, doch die Bank sieht KI als zunehmend wichtigen Treiber für Produktivitätssteigerungen. Diese Effizienzgewinne wiederum dürften die Margen schrittweise erhöhen und höhere Bewertungen ermöglichen.
Technologiekonzerne bleiben dabei zentral. Goldman Sachs schätzt, dass eine kleine Gruppe von Mega-Cap-Unternehmen – darunter Nvidia, Microsoft, Apple, Alphabet, Amazon, Meta und Broadcom – im Jahr 2026 fast die Hälfte des Gewinnwachstums des Index generieren wird. Analysten weisen jedoch auf erste Anzeichen hin, dass sich die Gewinndynamik über die großen Technologiekonzerne hinaus ausbreitet und die Abhängigkeit des Marktes von einem einzelnen Sektor verringert.
Allerdings ist der positive Ausblick nicht ohne Einschränkungen. Langsamer als erwartet ausfallende Zinssenkungen oder erneuter Druck auf die Unternehmensmargen könnten das Aufwärtspotenzial begrenzen. Dennoch ist Goldman Sachs überzeugt, dass das gesamtwirtschaftliche Umfeld weiterhin ausreichend günstig ist, um den Trend aufrechtzuerhalten.
Andere Wall-Street-Firmen schlagen einen ähnlichen Ton an. Morgan Stanley beispielsweise hat ein noch höheres Kursziel von fast 7.800 Punkten bis Ende 2026 ins Spiel gebracht. Die Strategen des Unternehmens argumentieren, dass die jüngsten Kursrückgänge eher auf Neubewertungen als auf eine tiefere Schwäche hindeuten und dass sich verbessernde Liquiditätsbedingungen letztendlich zu einem weiteren Kursanstieg führen könnten.
Zusammengenommen deuten diese Prognosen darauf hin, dass große Banken trotz anhaltender Bedenken hinsichtlich überzogener Bewertungen und übertriebener Begeisterung für KI die US-Aktienmärkte weiterhin auf einem strukturell positiven Pfad sehen – einem Pfad, der weniger von Spekulationen als vielmehr von Gewinnwachstum, Produktivitätssteigerungen und einer schrittweisen Lockerung der Geldpolitik getrieben wird.

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