Binances Strategie für Washington: Wie Geld dazu beitrug, CZs Begnadigung zu sichern
Die Begnadigung des ehemaligen Binance-Chefs Changpeng „CZ“ Zhao durch Donald Trump kam nicht aus heiterem Himmel.
Jüngsten Berichten zufolge ging dem eine monatelange intensive Lobbyarbeit und eine massive finanzielle Offensive von Binance und seinen Verbündeten voraus, um die Entscheidungsträger in Washington zu beeinflussen.
Politico enthüllte, dass die Lobbykampagne von Binance in den Monaten vor Trumps Begnadigung intensiviert wurde. Ende September beauftragte die Börse Checkmate Government Relations – eine Firma unter der Leitung von Ches McDowell, einem engen Vertrauten von Trump Jr. – mit der Lobbyarbeit im Weißen Haus und im Finanzministerium für eine „exekutive Entlastung”. Der Vertrag im Wert von 450.000 US-Dollar für einen einzigen Monat war Teil einer umfassenderen Initiative, durch die die Einnahmen von Checkmate in nur einem Quartal auf über 7 Millionen US-Dollar gestiegen sind.
Anfang dieses Jahres engagierten Binance und Zhao auch Teresa Goody Guillén, eine Krypto-Anwältin, die unter Trump einmal als potenzielle Vorsitzende der SEC im Gespräch war, und zahlten ihrer Kanzlei fast 290.000 Dollar. Zusammen mit früheren Lobbyausgaben von über 1 Million Dollar im Jahr 2022 ist diese Kampagne eine der aggressivsten politischen Unternehmungen von Binance bisher.
Seit Trumps Rückkehr ins Amt hat Binance bereits rund 860.000 Dollar mehr für Lobbyarbeit ausgegeben und gleichzeitig Beziehungen zu dem mit Trump verbundenen Unternehmen World Liberty Financial aufgebaut – eine Partnerschaft, die in Washington für Aufsehen gesorgt hat.
Die politische Gegenreaktion ließ nicht lange auf sich warten. Die Abgeordnete Maxine Waters verurteilte die Begnadigung als „Gefälligkeit für Krypto-Kriminelle“ und verwies dabei auf Zhaos vorheriges Schuldbekenntnis wegen Verstoßes gegen die US-Gesetze zur Bekämpfung der Geldwäsche. Trump verteidigte jedoch seine Entscheidung, bezeichnete die Strafverfolgung von Zhao als „politisch motiviert“ und beharrte darauf, dass „das, was er getan hat, nicht einmal ein Verbrechen ist“.
Die Episode unterstreicht, wie stark die Kryptoindustrie mit der amerikanischen Politik verflochten ist – und wie Einfluss, Geld und Zugang weiterhin die Ergebnisse auf den höchsten Ebenen der Macht beeinflussen.

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