Die 19. Sanktionsrunde Europas trifft Russlands Schattenflotte und Kryptokanäle
Die Europäische Kommission hat ein neues Sanktionspaket gegen Russland angekündigt, das Präsidentin Ursula von der Leyen am Freitag vorgestellt hat, da Moskau seine Drohnen- und Raketenangriffe auf die Ukraine verstärkt und diplomatische Annäherungsversuche zurückweist.
Die Maßnahmen, die die 19. Runde von EU-Sanktionen seit Februar 2022 darstellen würden, zielen darauf ab, den Druck auf den Kreml zu verstärken, indem die Beschränkungen auf neue Bereiche ausgeweitet werden. Brüssel nimmt russische Banken, 118 Schiffe der sogenannten „Schattenflotte“ und erstmals auch Kryptowährungsplattformen ins Visier, die angeblich zur Umgehung globaler Finanzkontrollen genutzt werden.
Die Botschafter der Mitgliedstaaten haben bereits Gespräche aufgenommen, die durch die erhöhte Dringlichkeit nach den jüngsten Verstößen Russlands gegen den polnischen und rumänischen Luftraum vorangetrieben werden.
Energie bleibt ein zentraler Bestandteil des Pakets. Die Kommission will ihren früheren Fahrplan zur Reduzierung der russischen Importe fossiler Brennstoffe beschleunigen und schlägt vor, Flüssigerdgas (LNG) bis zum 1. Januar 2027, ein Jahr früher als geplant, auslaufen zu lassen. Ölraffinerien, Händler und petrochemische Unternehmen, die weiterhin russisches Rohöl kaufen, würden ebenfalls ins Visier genommen, wobei Rosneft und Gazprom Neft mit einem vollständigen Transaktionsverbot rechnen müssten.
Von der Leyen betonte, dass die Kriegswirtschaft Russlands nach wie vor stark von den Einnahmen aus fossilen Brennstoffen abhängig sei, und argumentierte, dass Europa „den Hahn zudrehen” müsse, um Moskau diese Einnahmen zu entziehen.
Die Energiedebatte wurde auch durch den Druck von US-Präsident Donald Trump geprägt, der die fortgesetzten Öleinkäufe Europas aus Russland kritisiert hat. In einem kürzlich veröffentlichten offenen Brief an die NATO-Verbündeten und während eines Staatsbesuchs im Vereinigten Königreich knüpfte Trump weitere Maßnahmen der USA an die Bereitschaft Europas, diese Importe unverzüglich einzustellen.
Das vorgeschlagene Paket löst nicht die bestehenden Ausnahmeregelungen, die es Ungarn und der Slowakei ermöglichen, weiterhin russisches Rohöl über die Druschba-Pipeline zu beziehen, sodass eine der tiefsten Energiedifferenzen innerhalb der Union ungelöst bleibt.

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