Die nächste Revolution von Bitcoin: Unternehmen sind dabei, ihre BTC einzusetzen
Die Bitcoin-Reserven von Unternehmen sind auf ein Niveau gewachsen, das mit dem großer börsengehandelter Fonds vergleichbar ist, aber einige glauben, dass der nächste Schritt für diese Bestände nicht darin besteht, sie zu lagern, sondern sie zu nutzen.
Willem Schroé, Gründer und CEO von Botanix Labs, hat die Vision eines Systems, in dem Unternehmen mit ihren Bitcoins Renditen erzielen können, ohne die Kontrolle über ihre Vermögenswerte aufzugeben. Sein Ziel ist es, Bitcoin von einem statischen Wertspeicher zum Rückgrat einer dezentralen Finanzschicht zu machen.
Börsennotierte Unternehmen halten derzeit rund 1,05 Millionen BTC, während private Unternehmen weitere 279.000 BTC hinzufügen – zusammen machen sie mehr als sechs Prozent aller Bitcoins aus. Nach den Informationen von Schroé glaubt er, dass viele dieser Inhaber letztendlich nach Möglichkeiten suchen werden, ihre Coins produktiv zu machen, anstatt sie ungenutzt liegen zu lassen.
Im Gegensatz zu Spot-Bitcoin-ETFs, die zusammen etwa 1,7 Millionen BTC kontrollieren, aber gesetzlich daran gehindert sind, diese für Erträge oder Kredite zu verwenden, bietet Botanix eine nicht-verwahrende Alternative. Über seine Sidechain können Nutzer Bitcoin in Smart Contracts sperren und ertragreiche Token erhalten, wodurch sie bescheidene, aber stetige Renditen basierend auf der Netzwerkaktivität erzielen.
Die Idee hat eine historische Last. Frühere Versuche von Unternehmen wie Celsius und BlockFi, Bitcoin-Kredite zu vergeben, scheiterten aufgrund von Missmanagement und Hebelwirkung. Schroé betont, dass die Branche gereift ist, und verweist auf Protokolle wie Aave, die die Tragfähigkeit dezentraler Finanzmodelle bewiesen haben.
Derzeit meldet Botanix eine jährliche Rendite von rund 3,5 % für Tausende von Wallets. Schroé sagt, das Ziel sei nicht, die traditionelle Finanzwelt zu kopieren, sondern eine Bitcoin-native Wirtschaft aufzubauen, in der Transaktionen, Kreditvergabe und Liquidität direkt in der Blockchain abgewickelt werden.
Während Puristen solche Entwicklungen als Abkehr von der ursprünglichen Einfachheit von Bitcoin betrachten, sieht Schroé sie als Evolution. „Bitcoin hat sich bereits als Zahlungsmittel durchgesetzt“, sagt er. „Jetzt braucht es ein passendes Finanzsystem.“
Da die Unternehmensbeteiligungen steigen und Entwickler neue Wege finden, sie zu aktivieren, hängt die Zukunft von Bitcoin möglicherweise weniger davon ab, wie viel davon gehalten wird, sondern vielmehr davon, wie es genutzt wird.

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