Bitcoin kämpft mit Erholungsschwierigkeiten, da die Nachfrage am US-Spotmarkt weiterhin fehlt
Die jüngste Schwäche des Bitcoins wird nicht durch globale Panik oder massenhafte Liquidationen verursacht. Vielmehr scheint der Druck weitaus lokaler und gezielter zu sein.
Die Daten zur Marktstruktur deuten zunehmend darauf hin, dass anhaltende Verkäufe aus den USA die Hauptursache für Kursverluste sind.
Einer der deutlichsten Hinweise liefert das Verhalten des Coinbase Premium Index. Anstatt bei Volatilitätsspitzen kurzzeitig negativ zu werden, ist die Prämie auf den niedrigsten Stand seit Monaten gefallen und hat sich dort stabilisiert.
Dieser anhaltende Abschlag zeigt, dass Bitcoin auf Coinbase konstant günstiger gehandelt wird als auf ausländischen Handelsplätzen – ein typisches Szenario, wenn US-amerikanische Investoren Nettoverkäufer sind.
Eine langsame Distribution, kein plötzlicher Ausverkauf
Die aktuelle Phase zeichnet sich durch ihre Dauer aus. Es gab keine abrupte Kapitulation oder Liquidationswelle. Stattdessen ist das Angebot Woche für Woche allmählich in den Markt geflossen. Dieser stetige Druck ist charakteristisch für eine Distribution, nicht für Panikverkäufe, und belastet den Preis oft länger als eine einzelne heftige Kursbewegung.
Aus Sicht der Marktstruktur ist dies bedeutsamer als eine einzelne rote Kerze. Coinbase dient seit Langem als Indikator für die US-Spotnachfrage, insbesondere von institutionellen Anlegern und großen Investoren. Wenn die Preise auf Coinbase einen Aufschlag erzielen, deutet dies auf aggressive Akkumulation hin. Wenn sie hingegen mit einem Abschlag gehandelt werden und dort verharren, signalisiert dies, dass Kursanstiege eher zum Ausstieg als zum Aufbau von Positionen genutzt werden.
Diese Dynamik trägt dazu bei, zu erklären, warum die jüngsten Stabilisierungsversuche wenig überzeugend waren. Selbst als Bitcoin versuchte, einen Boden zu bilden, bedeutete das Fehlen eines US-Spot-Angebots, dass kaum Nachfrage vorhanden war, um das eingehende Angebot aufzunehmen. Offshore-Märkte allein reichten nicht aus, um einen nachhaltigen Aufwärtstrend zu erzielen.
Historisch gesehen gehen nachhaltige Erholungen in der Regel mit einer sichtbaren Veränderung dieser Beziehung einher: Der Coinbase-Abschlag verringert sich, die Nachfrage kehrt zurück und US-Käufer beginnen wieder, höhere Preise zu zahlen. Keines dieser Signale ist bisher aufgetreten.
Die Aussage der Daten ist derzeit eindeutig: Bitcoin bricht nicht zusammen, wird aber systematisch verkauft, wobei der US-Markt den Prozess anführt. Solange dieser Verkaufsdruck nicht nachlässt und sich die Preisdifferenz nicht schließt, dürften Aufwärtsbewegungen fragil und kurzlebig bleiben.


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