Ledger untersucht Wallet-Verluste über Händler CryptoBilis
Ledger untersucht Berichte über verlorene Kundengelder, die mit dem Südostasien-Händler CryptoBilis zusammenhängen. On-Chain-Forscher schätzen die Verluste auf 72 bis 87 Millionen Dollar.
Der Hardware-Wallet-Hersteller Ledger untersucht Berichte über gestohlene Kundengelder, die mit Geräten des Wiederverkäufers CryptoBilis aus Südostasien zusammenhängen. Das Unternehmen bat den Händler am 9. Oktober 2026, den Verkauf und Versand von Ledger-Geräten vorerst einzustellen, wie Ledger in einer Mitteilung auf X erklärte.
Verluste von 72 bis 87 Millionen Dollar geschätzt
Unbekannte On-Chain-Ermittler verfolgten mutmaßliche Diebesadressen über Bitcoin, Ethereum und Tron. Der Forscher tanuki42 bezifferte die Verluste auf X auf mehr als 72 Millionen Dollar und nannte acht Adressen; sein Kollege Specter kam auf über 86 Millionen Dollar, Arkham-Daten nahezu 87 Millionen. Ledger hat keine der Zahlen bestätigt. Das Unternehmen erklärte, eigene Infrastruktur, Systeme und Dienste seien nicht kompromittiert worden, und es gebe keine Berichte über Geräte, die direkt von Ledger gekauft wurden. Der Vorfall beschränke sich nach Angaben des Unternehmens auf den Wiederverkäufer und dessen Markt.
Der Binance-Mitgründer Changpeng „CZ“ Zhao spekulierte auf X, es handele sich vermutlich um eine lokalisierte Lieferketten-Attacke auf einen einzelnen Händler. „A small number of people probably bought fake (or tampered) Ledgers“, schrieb er. Bestätigt ist eine Manipulation der Geräte bisher nicht. Mark Karpelès, ehemaliger Chef der Börse Mt. Gox, sagte, er untersuche selbst einen Fall eines manipuliert angelieferten Geräts aus Malaysia, und bat Betroffene, Fotos der Platine zu senden. Ob die Fälle zusammenhängen, ist unklar.
Empfehlung für Käufer der letzten 90 Tage
CryptoBilis ist ein autorisierter Ledger-Händler in Indonesien, Malaysia und den Philippinen mit Sitz in Kuala Lumpur. Ledger rät allen Kunden, die in den vergangenen 90 Tagen bei diesem Händler gekauft haben, ihr Gerät nicht einzurichten. Wer es bereits eingerichtet hat, soll die Bestände auf ein neues Ledger-Gerät mit frisch erzeugter Seed-Phrase übertragen. Betroffene, deren Geld auf die veröffentlichten Adressen floss, wies die Security Alliance (SEAL) auf ihren Notruf-Kanal SEAL 911 hin.
Die Ursache der Verluste ist noch ungeklärt, auch die Zahl betroffener Kunden nennt Ledger nicht. Das Unternehmen hat nach eigenen Angaben weltweit mehr als 7 Millionen Geräte verkauft.

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