World Liberty schließt sich der Umstellung der Kryptowährungen auf eine Bundesbankaufsicht an
Es gibt neue Bestrebungen, Stablecoins vollständig in den US-amerikanischen Bankensektor zu integrieren.
World Liberty Financial hat einen Antrag gestellt, der seine Stablecoin- und Verwahrungsgeschäfte unter direkte Bundesaufsicht stellen würde – ein Schritt, der unterstreicht, wie schnell sich die Branche von der Umgehung von Vorschriften hin zur regulatorischen Integration bewegt.
Anstatt als herkömmlicher Kreditgeber zu agieren, beantragt das Unternehmen die Genehmigung zur Gründung einer nationalen Treuhandbank, die speziell für digitale Vermögenswerte konzipiert ist. Das geplante Unternehmen mit dem Namen World Liberty Trust Company würde als spezialisierte Finanzinstitution fungieren, die sich auf Verwahrung, Abwicklung und Stablecoin-Infrastruktur konzentriert – nicht auf Einlagen oder Kreditvergabe.
Im Mittelpunkt der Strategie steht USD1, die dollarbasierte Stablecoin von World Liberty, deren Umlauf seit ihrer Einführung im Jahr 2025 auf über 3,3 Milliarden US-Dollar angewachsen ist. Durch die Unterbringung der Emission und Rücknahme innerhalb einer staatlich beaufsichtigten Treuhandstruktur will das Unternehmen Stablecoins an die gleichen Aufsichtsstandards anpassen, die für traditionelle Treuhänder gelten.
Vom Randfall zur regulierten Infrastruktur
Anstatt sich auf fragmentierte staatliche Lizenzen oder maßgeschneiderte Regulierungsvereinbarungen zu verlassen, strebt World Liberty den Rahmen des Office of the Comptroller of the Currency an, der seit langem zur Beaufsichtigung von Treuhandbanken dient, die für die Verwahrung von Vermögenswerten und die Verwaltung von Reserven zuständig sind. Wenn dies genehmigt wird, würden die Reserven, Verwahrungsgeschäfte und internen Kontrollen von USD1 routinemäßigen Bundesprüfungen unterliegen.
Die Einreichung erfolgt inmitten erhöhter politischer Aufmerksamkeit. World Liberty Financial wurde von Eric Trump, Donald Trump Jr. und Barron Trump gemeinsam gegründet, wobei Donald Trump als emeritierter Mitbegründer aufgeführt ist. Diese Verbindungen haben zu einer genauen Prüfung geführt, aber das Unternehmen hat argumentiert, dass gerade die formelle Bundesaufsicht Unklarheiten beseitigt und institutionelles Vertrauen schafft.
Im weiteren Sinne spiegelt dieser Schritt einen strukturellen Wandel im gesamten Kryptosektor wider. Anstatt parallele Systeme aufzubauen, versuchen große Emittenten zunehmend, sich direkt in die US-Bankarchitektur einzubetten. Unternehmen wie Circle, Ripple und BitGo haben ähnliche regulatorische Wege eingeschlagen, was darauf hindeutet, dass die Größe nun eher von Beständigkeit als von Experimentierfreudigkeit abhängt.
Eine Genehmigung ist jedoch keineswegs garantiert. Die Überprüfung von OCC-Charteranträgen ist nach wie vor konservativ und zeitaufwändig, insbesondere bei Modellen für digitale Vermögenswerte. Dennoch sendet die Einreichung selbst ein klares Signal: Stablecoin-Emittenten positionieren sich nicht mehr als Fintech-Außenseiter.
Wenn die Zulassung erteilt wird, wäre dies ein weiterer Schritt in der Entwicklung von Stablecoins – weg von regulatorischen Grauzonen und hin zu einer vollständigen Integration in das staatlich beaufsichtigte Finanzsystem.
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