Arbeitsmarkt bleibt stabil trotz Anstieg der wöchentlichen Arbeitslosenanträge
Der erste wichtige Arbeitsmarktbericht nach der jüngsten Zinssenkung der US-Notenbank lieferte gemischte Signale: Die Zahl der Arbeitslosenanträge stieg sprunghaft an, doch die allgemeine Beschäftigungslage scheint weiterhin ungewöhnlich stabil zu sein.
Die wöchentlichen Erstanträge auf Arbeitslosenunterstützung stiegen auf 236.000, was einen deutlichen Anstieg gegenüber den revidierten 192.000 der Vorwoche darstellt, aber der Anstieg war nicht groß genug, um eine Trendwende anzudeuten. Der geglättete Vier-Wochen-Durchschnitt bewegte sich kaum, was darauf hindeutet, dass die Entlassungen nur am Rande zunehmen.
Weniger Menschen bleiben arbeitslos
Überraschend war der Bericht hinsichtlich der Folgeanträge. Die Zahl der Amerikaner, die weiterhin Arbeitslosenunterstützung beziehen, sank deutlich auf 1,838 Millionen, was auf eine starke Wiedereinstellung und kurze Phasen der Arbeitssuche hindeutet. Die versicherte Arbeitslosenquote sank auf 1,2 % und bestätigte damit die Einschätzung, dass Arbeitgeber weiterhin bereit sind, entlassene Arbeitnehmer aufzunehmen.
Die unbereinigten Daten sahen auf den ersten Blick dramatischer aus – die Erstanträge stiegen im Wochenvergleich um mehr als 50 % –, aber saisonale Muster erklären den größten Teil des Anstiegs, da die Feiertage und Personalveränderungen zum Jahresende die Rohdaten verzerren. Die Zahl der Leistungsempfänger aller Programme sank tatsächlich um mehr als 92.000, und die Anträge von Bundesangestellten und Veteranen gingen zurück.
Staaten bewegen sich in entgegengesetzte Richtungen
Regionale Verschiebungen zeigten eher lokale Schwankungen als eine nationale Schwäche.
- Am stärksten stiegen die Anträge in Pennsylvania, Wisconsin, Nebraska, Iowa und Ohio.
- Die stärksten Rückgänge waren in Kalifornien, Texas, New York, Illinois und Florida zu verzeichnen.
Zu den Bundesstaaten mit den höchsten versicherten Arbeitslosenquoten gehörten New Jersey, Washington, Massachusetts, Alaska und mehrere andere, die zwischen 1,7 % und 2,2 % lagen.
Handelszahlen und Fed-Signale geben den Ton an
Neben den Arbeitsmarktdaten meldete die USA für September ein Handelsdefizit von 58,2 Milliarden US-Dollar, das durch einen Anstieg der Exporte um 3 % begünstigt wurde. Die Zahlen wurden weniger als 24 Stunden nach der Entscheidung der Federal Reserve veröffentlicht, die von den Märkten als hawkisch bezeichnet wird: Eine Senkung um 0,25 % – eine Lockerung der Geldpolitik, verbunden mit der Warnung, dass der Inflationsdruck für eine aggressive Kehrtwende weiterhin zu stark ist.
Was dies für die Zukunft bedeutet
Insgesamt erschweren die neuesten Daten die Hoffnungen auf rasche Zinssenkungen. Die Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe steigen zwar an, aber die Tatsache, dass die Folgeanträge so stark zurückgegangen sind, deutet darauf hin, dass sich der Arbeitsmarkt nicht schnell genug abkühlt, um die Fed zum Handeln zu zwingen. Diese Dynamik könnte das Tempo der geldpolitischen Lockerung im Jahr 2025 verlangsamen.
Für die Kryptomärkte ist die Interpretation differenziert: Eine lockerere Politik stützt zwar weiterhin die Risikobereitschaft, aber der Weg zu einer lockeren Liquiditätspolitik könnte langsamer verlaufen, als es den Bullen lieb ist.

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